Dr. Lauprecht führt eine Echokardiographie bei einem Patienten durch.

Herzprobleme als familiäres Erbe?

Eine 29-Jährige hat nach jahrelanger Pause vor sechs Monaten wieder mit Sport in Form von Fitness-Jumping begonnen. Dabei leidet sie wiederholt unter Herzrasen und hat das Gefühl umzukippen. Das verunsichert sie stark. Zumal ein Familienmitglied einen plötzlichen Herztod erlitten hat.

Optimaler Wiedereinstieg ins Training

Die Untersuchung des Herzens in Ruhe und Belastung mittels Echokardiographie und Belastungs-EKG zeigt ein erfreuliches Ergebnis: Alle Befunde liegen im Normalbereich. Mithilfe der sportmedizinischen Belastungsuntersuchung, bei der auch die Laktat-Leistungskurve bestimmt wird, ermitteln wir, welche Pulsfrequenz für den Einstieg ins Training am günstigsten ist.

Bei der Verlaufsuntersuchung nach einem Jahr berichtet die Patientin, dass keinerlei Herz- oder Pulsbeschwerden mehr auftreten und sich ihre Leistung gut entwickelt hat. Zudem möchte sie ihren ersten Halbmarathon laufen und wünscht sich, dass wir sie bei der Trainingsvorbereitung begleiten.

Medizinische Trainingsbegleitung

Im Rahmen der medizinischen Trainingsbegleitung erläutern wir der Sportlerin die Ergebnisse des Laktattests und die daraus resultierenden Trainingsempfehlungen in einem ausführlichen Beratungsgespräch am Telefon.

Anhand der Daten aus der Laktat-Leistungskurve definieren wir verschiedene Intensitätsbereiche für das Lauftraining und teilen ihr die entsprechenden Herzfrequenzbereiche bzw. Laufzeiten mit. Außerdem empfehlen wir der Sportlerin, in welchem Verhältnis sie die verschiedenen Trainingsbereiche mischen sollte. Mit all diesen Informationen kann sie ihr Training eigenverantwortlich gestalten.

Als Resultat steigert sie ihre maximale Leistungsfähigkeit von 11,0 auf 12,0 km/h. Ebenfalls verbessert sich die Energiebereitstellung mit Erhöhung der Laufgeschwindigkeit an der individuellen aeroben Schwelle von 8,6 auf 9,5 km/h und an der individuellen anaeroben Schwelle von 10,1 auf 11,5 km/h. Damit einher geht, dass das Herz weniger leisten muss, mit im Schnitt 8,2 Herzschlägen weniger auf den vergleichbaren Laufstufen.

Sportmedizin: Vorbelastung abklären immer sinnvoll

Bei familiären Vorbelastungen für eine Herzerkrankung macht eine sportkardiologische Abklärung vor einem Trainingswiedereinstieg in jedem Fall Sinn. Bei dieser Patientin zeigt sich erfreulicherweise keine Auffälligkeit, sodass auch ambitionierter sportlicher Aktivität nichts im Wege steht. Die Kreislaufbeschwerden zu Beginn des Wiedereinstiegs waren letztendlich Folge einer Überlastung und traten nicht wieder auf, nachdem das Training entsprechend angepasst wurde.

Dr. med. Jörg Lauprecht

Praxis für Herz- und Sportmedizin

Hauptstraße 22
45219 Essen

Telefon: 02054 875641
E-Mail: info@dr-lauprecht.de